Stadt Leipheim
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GROßES INTERESSE AN BÜRGERVERSAMMLUNG

Über 200 Interessierte kamen zur außerordentlichen Bürgerver­sam­m­lung in den Zehnt­stadel. Im Mittel­punkt der Veran­staltung standen die jüngsten verkehrsregulierenden Maß­nahmen der Stadt Leipheim.
Im April wurden in der Leipheimer Innenstadt im Bereich der 30er-Zone auf der Marktstraße, der Günzburger Straße und der Hos­pital­straße so ge­nannte „Berliner Kis­sen“ montiert so­wie der Stadtberg auf eine Spur verengt. Hoch- und runterfahrende Autos müssen sich hier nun per Blickkontakt verständigen und aufeinander Rück­sicht nehmen. Diese Maßnahmen sollen zum einen den Ver­kehr in der Leip­hei­mer Innenstadt verlangsamen, zum anderen soll für Fahrzeuge, die ohnehin nur durchfahren, die Um­gehungsstraße der at­traktivere Weg sein.
Sowohl die „Berliner Kissen“ als auch die „Verengung“ am Stadtberg sind vorerst Provisorien. Sie wurden im Rahmen eines derzeit laufenden, vom Stadtrat in Auftrag gegebenen, Ver­kehrs­gutachtens angebracht. Zäh­lun­gen vor Anbringung, während der Mon­tage, für die eine Vollsperrung notwendig war, sowie im jetzigen Zu­stand sollen Aufschluss darüber geben, welche Regelung auf Dauer die Richtige ist.
„Wir brauchen eine Testphase“, erklärte Bürger­meister Christian Konrad bei der Veranstaltung im Zehntstadel, bei der er gemeinsam mit den Vertre­tern der Stadt­ratsfraktionen Horst Galgen­müller (UWG), Dieter Ammicht (SPD) und Volkhard Schreiner (CSU) sowie Stadtrat Erich Broy für die Freien Wäh­ler Fragen be­ant­wortete.
Um deutlich zu machen, dass die Verkehrsdiskussion in Leipheim nichts Neues ist, blickte der Bürger­meister  kurz in die Ver­gangenheit: So wurde schon im Januar 1985 in der Presse über „Verkehrs­probleme“ berichtet, 1993 gab es sogar eine Bürger­dis­kussion „Raus mit dem Verkehr“. In­zwischen ist Leip­heim in der glück­lich­en Lage, eine Um­geh­ungs­straße zu haben. Doch die jüng­s­ten Maß­nahmen, die zu mehr Wohn­qualität und damit auch wieder mehr Leben in der Altstadt führen sollen, brachten vor allem die Leipheimer Gewerbetrei­ben­den in Rage. Sie beklagen unter anderem Umsatz­einbrüche und fernbleibende Laufkund­schaft - insbesondere während der Zeit der Voll­sperrung und der darauf folgenden einseitigen Sperrung des Stadt­ber­ges - und initiierten eine Unterschriften­aktion.
Bürgermeister Christian Konrad konterte, dass die Vollsperrung zum Auf­bau und zur Zählung notwendig ge­wesen sei und so kurz wie möglich ge­halten wur­de. Sie dauerte insgesamt vier Tage. Die rund zweiwöchige einseitige Sperrung im Anschluss sei nötig gewesen, um einen Teilabbruch in der Markt­straße durchzuführen. „Ich kann kein Haus direkt an der Straße abreißen ohne die Straße zu sperren“, sagte er.
Jetzt rollt der Verkehr wieder in alle Richtungen. Und: „Die Maßnah­m­en funktioneren, die Leute fahren spürbar langsamer“. Im Bezug auf eine Innen­stadt mit einem breiten Einzel­handels­angebot sagt er: „Die Wunsch­vor­stel­lung von uns allen stimmt leider nicht mit der Realtiät überein“. Das Einkaufs­verhalten der Menschen habe sich in Zeiten von E-Commerce und großen Shopping-Centern geändert. So ist die Stadt bemüht, die Nah­ver­sorgung zu gewährleisten. Hier schließt sich der Kreis: Nur wenn Wohnen in der Innen­stadt attraktiv ist, ziehen Men­schen dorthin, die dann in ihrem direkten Um­feld ihren täglichen Bedarf decken. Investoren für attraktiven Wohnraum  werden wiederrum nur gefunden, wenn der Verkehr in der Innenstadt erträglich wird. „Die Zahl der durchfahrenden Fahrzeuge muß bei allem Verständnis für den Einzelhandel reduziert werden. Diejenigen die Einkaufen sollen in die Innenstadt, die die nur durchfahren sollen über die Umgehungstraße. Das hinzubekommen ist die Kunst“, sagte Bürgermeister Christian Konrad.
Im Rahmen der Veranstaltung meldeten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zu Wort. Zu hören waren neben Verbesserungs­vorschläge wie stationäre Blitzanlagen, Zebra­streifen, anstatt Verengungen Bo­den­schwellen auch Forderungen die 30er-Zone wieder aufzuheben. Der Bürgermeister und die Fraktionen nehmen die Vorschläge mit, verweisen aber auch darauf, dass von Rechts wegen nicht alles mach­bar ist.
Neben den Kritikern gab es auch  Stimmen von Bewohnern der Innen­stadt. Diese sind dankbar für eine Ver­langsamung des Verkehrs. Wie beispielsweise eine Eigentümerin, die sagt: „Wir hätten nie investiert, wenn die Um­gehungsstraße nicht gewesen wäre und keine weiteren verkehrsberuhigenden Maß­nahmen geplant worden wären.“
Anwohner anderer stark befahrenen Straßen, wie beispielsweise die Maxi­milian- und die Augsburger Straße, in denen ebenfalls Tempo 30 gilt, machten deutlich, dass auch sie sich soetwas wie die „Berliner Kissen“ wünschen, da nur Schilder einfach nicht ausreichen.
Ebenfalls wurde deutlich, dass Ver­kehr in der Innenstadt für das Ge­werbe eine Rolle spielt, aber nicht nur. So mahnte beispielsweise ein Riedhei­mer, auch das  örtliche Angebot zu nutzen. „Wenn die eigenen Bürger lieber woanders hingehen zum Einkaufen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn die Geschäfte zumachen“, griff der Bür­germeister diesen Bei­trag auf.
Neben den Maßnahmen an sich, beklagten die Gewer­be­treibenden auch, sie seien im Vorfeld nicht in die Plan­ungen einbezogen worden. Dem wurde entgegengehalten, dass es im Sep­tem­ber 2010 und im März 2011 für jeden Leipheimer die Mög­lich­keit gegeben hät­te, an einer „Pro­jekt­werkstatt“ zum The­ma „Innenstadtent­wicklung“ teilzunehmen. In diesen Workshops wurden unter anderem von den Teilnehmer folgende Wünsche ge­äußert: Bezahlbaren Wohnraum für Familien in der Altstadt schaffen, Ver­kehrsberuhigung auf dem In­nen­stadt-Ring, Fußgängerzone in der Von-Richt­hofen-Straße, Neue Stellplatz­angebote und Straßen­raumgestaltung. Da­rüber­hinaus wurde über die geplanten Maß­nahmen im Vorfeld auf Bürger­info­tagen, in der Tagespresse und in der Stadtzeitung berichtet.
„Ich finde es großartig, dass so viele gekommen sind und jetzt schauen wir, dass wir für Leipheim eine gute Lösung finden“, sagte Bürgermeister Christian Konrad abschließend.
So soll die weitere Vor­gehensweise sein: Zunächst wird das in Auftrag gegebene Gutachten abgewartet. Liegt das Gutachten vor, soll an einem „Runden Tisch“, der sich voraussichtlich aus Ver­tretern des Stadt­rats, der Verwal­tung, von Fach­behörden und der Gewerbe­treibenden zusammensetzen soll, beraten, welche Regelungen auf Dauer zum Einsatz kommen sollen. Bürgermeister Christian Konrad sagte im Stadtrat, der am Tag nach der Bürgerversammlung stattfand: „Ich möchte, dass das was geändert wird dann auch Hand und Fuß hat.“ Dafür sei aber auch eine gewisse Zeit notwenig.
Zudem sind alle Bürgerinnen eingeladen weiter Vorschläge zu machen. „Rufen Sie an, schreiben Sie uns eine E-Mail“, sagt Christian Konrad! (23.05.2010)


Kontakt:    Telefon: 08221/707-0,  E-Mail: stadt@leipheim.de

 

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