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LEIPHEIM SOLL DIE "LOKOMOTIVE" SEIN

 

Im April 2016 hatten sich die Leipheimer Stadträte schweren Herzens einstimmig für ein „Ja“ zum „Zweckverband Garten­hal­lenbad“ durchgerungen.
Angedacht war, dass der Zweck­ver­band (ZV), der sich aus dem Landkreis Günzburg und den 17 Nordkommunen zusammensetzen sollte, Betreiber des Gartenhallenbades werden und gleichzeitig eine Zukunftslösung erarbeiten sollte. Das fast 50 Jahre Gar­ten­hallenbad muss generalsaniert oder falls dies nicht mehr wirtschaftlich wäre, durch einen Neubau ersetzt werden. Derzeit wird das Garten­hal­lenbad noch vom Landkreis Günzburg betrieben, dieser will sich jedoch aus dem Bad zurückziehen.
Ursprünglich sollte der ZV zum Juli 2016 gegründet werden. Grund­vor­aussetzung hierfür war die Zustim­mung ­aller Beteiligten. Die Stadt Bur­gau und die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hal­denwang lehnten jedoch bisher einen Beitritt zum ZV ab. Seither befindet sich dieser in der Schwebe.
„Der Kreistag des Landkreises wird voraussichtlich im März über den zu­künf­tigen Weg des Gartenhallenbades Leip­heim entscheiden“, sagte Bürger­meister Christian Konrad in der Stadt­ratssitzung am 18. Januar. Bis dahin müsse geklärt sein, ob der angedachte ZV zustande kommt. „Ich bedauere die mangelnde Solidarität sehr, zeigt diese Verhalten einmal mehr, dass die Stadt Burgau und VG Haldenwang ausschließlich ihre ei­genen Interessen ver­folgen und der solidarische Gedanke im Kreis­tag in beiden Gremien offensichtlich nicht vorhanden ist“, so der Bür­germeister.
Damit der ZV für ein Hallenbad zustande kommen kann und somit das Gartenhallenbad in Leipheim noch eine Chance bekommt, beantragte Christian Konrad im Stadtrat, als Bür­germeister der Standortkommune, dass die Stadt Leipheim die finanziellen Anteile von Bur­gau und Haldenwang in Höhe von 55.000 Euro übernimmt. Der finanzielle Gesamtanteil der Stadt Leipheim inklusive der Kreisumlagen­reduzierung wür­de sich auf ca. 175.000 Euro beziehen.
Alle Fraktionen im Stadtrat unterstützen den Antrag des Bürgermeisters. So sagte beispielsweise Dieter Ammicht für die SPD-Fraktion: „Wir sehen keine andere Möglichkeit, als hier in die Bresche zu springen. Wir müssen die Lokomotive im Zweck­verband sein“. Dr. Volkhard Schreiner (CSU) fand, „die Lo­komotive ist ein schönes Bild“, auch die CSU-Fraktion sprach sich dafür aus, die Anteile zu übernehmen. Horst Ihre für die UWG sagte: „Wir wollen unser Hal­len­bad behalten“. Er bedauerte aber die Haltung von Burgau und Hal­denwang: „Im Grunde geht sowas nicht.“
Schließlich stimmten die Stadt­räte einstimmig für die Anteils­über­nahmen, in dem Bewusstsein, dass das Geld vielleicht an andere Stelle fehlen wird. Sollte Burgau oder Haldenwang seine Meinung in Zukunft ändern, wäre eine spätere Mitgliedschaft nach Kos­ten­ersatz der bis dahin durch Leipheim geleisteten Beiträge möglich.

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